Neuntklässler der Mittelschule Marktredwitz trainieren den Perspektivenwechsel

Sich selbst mit den Augen eines Arbeitgebers betrachten

Einen Ausbildungsbetrieb von sich zu überzeugen und beruflich durchzustarten, obwohl man nur den Quali hat – geht das? Selbstverständlich! Sofern man die Spielregeln der modernen Arbeitswelt verstanden hat und seinem Wunsch-Arbeitgeber mit seiner Bewerbung zeigt, dass man sie auch anwenden kann. Mit dieser zugleich einfachen und hoch anspruchsvollen Botschaft begann am 22. Oktober für die Neuntklässler der A.-v.-Humboldt-Mittelschule Marktredwitz ein ganz besonderes Trainings-Programm. „Ich pack’s an“, so sein Name, bringt die Jugendlichen mit gestandenen Unternehmern und erfolgreichen Freiberuflern zusammen. In altersgerechten Workshops und Rollenspielen lernen die 15- bis 17-Jährigen, dass ihre innere Haltung in der freien Wirtschaft mindestens so viel Gewicht hat wie ihre Noten. „Mit diesem neuen Bildungsbaustein“, so Schulleiter Andreas Wuttke, „reagieren wir gezielt auf die Klagen von Ausbildungsbetrieben, dass sie Lehrstellen unbesetzt lassen müssen, obwohl die schulischen Leistungen der Bewerber eigentlich passen würden.“

Martina Thomas, ehemalige Pressesprecherin bei BMW Regensburg, trainierte zum Auftakt mit ihrer Klasse, wie man auch dann souverän und selbstsicher auftreten kann, wenn man sich unsicher fühlt. Elke Gillardon, Vorsitzende der Stiftung Lebenspfad und Initiatorin des Programms „Ich pack’s an“, nutzte einen Sinnspruch der Indianer Nordamerikas, um ihrer Klasse zu verdeutlichen, weshalb Erfolg immer auch von den Zielen abhängt, die man sich setzt: „Stell dir vor, in deiner Seele leben zwei Wölfe. Der eine kämpft, weil er Angst hat, der andere, weil er angriffslustig ist. Welcher gewinnt? Der, den du fütterst!“ Für die 9 a wurde der Auftakt zu einer unfreiwilligen Lehrstunde, wie wichtig es ist, einen langen Atem zu haben. Ihr Referent, der Schauspieler Andreas Leopold Schadt, bekannt aus der TV-Reihe „Tatort“, musste einem kurzfristig angesetzten Dreh den Vorzug geben, er wird seinen Workshop im Dezember nachholen. „Ich pack’s an“ wird die Schüler durch das gesamte erste Halbjahr begleiten. „Wir sind uns sicher“, so Schulleiter Andreas Wuttke, „dass es sich in der Art und Weise, wie die Jugendlichen ihren Übergang ins Berufsleben gestalten, deutlich sichtbar niederschlagen wird.“

Unterstützt und gefördert wird das Projekt von der Wirtschaftsregion Hochfranken e.V., AGI Hochfranken plus e.V., bayme vbm, ProComp Professional Computer GmbH, RHI / Didier-Werke AG, der Bürgerstiftung junges Fichtelgebirge, AGIS Industrie Service GmbH & Co. KG und Fa. SCHERDEL.